Lothar-Meyer-Gymnasium Varel

Viel gesehen, viel gegessen, viele in unser Herz geschlossen

(21.1.2019, Pö) Am Morgen des 21. September verließ unser Zug den Vareler Bahnhof. Am Abend des zwei Wochen späteren 5. Oktober sollten wir genau hier wieder ankommen. Allerdings diesmal mit Geschenken unserer Gasteltern in den Koffern, aber vor allem auch vielen Fotos auf der Kamera und unzähligen schönen Erlebnissen und Erfahrungen, die uns alle zusammengeschweißt haben.

Als wir um 09:30 Uhr alle voll bepackt und etwas aufgeregt bereit zur Abfahrt waren, schien noch alles gut. Allerdings deuteten hier schon Wind und Regen erste Probleme an, die aber keiner kommen sah. So verlief die Hinreise nicht ganz nach Plan:

Statt am Mittag des Samstages, dem 21. September, erreichten wir erst Sonntag gegen Mittag nach über 50 Stunden Reisezeit die Metropole Shanghai. Nachdem unser Zug einen Baum gerammt hatte, wir bei einem Diebstahl im Zug Glück im Unglück hatten und durch tatkräftige Mithilfe der anderen Fahrgäste alles, was zunächst verloren schien, wieder zurück bekamen, kamen wir mit mehreren Stunden Verspätung und über Umwege aufgrund einiger Bäume auf verschiedensten Gleisen an dem Hamburger Flughafen an, wo unser Flieger wegen Orkanböhen nicht abheben konnte. Wir wurden über Nacht in einem naheliegenden Hotel einquartiert und sollten nun am nächsten Morgen unseren Weg fortsetzen können. Von dort aus war unser Unglück aufgebraucht und wir reisten über Zürich auf direktem Wege zu unseren Gastfamilien.

Nach zwölf Stunden Flugzeit und weiteren drei Stunden im Bus wurden wir mit Jetlag herzlichst von unseren Gastfamilien in Hangzhou empfangen. Von hier trennten sich unsere Wege und jeder sammelte eine Woche vor allem für sich selbst Eindrücke und lernte den Alltag unserer chinesischen Partner, obwohl wir zwischendurch auch immer wieder in kleineren Gruppen gemeinsam mit unseren Gastschülern etwas unternahmen.

So fuhren einige nach der Ankunft zunächst in ein Hotel und schlugen dort für die erste Nacht ihr Quartier auf, andere fuhren zum gemeinsamen Mittagessen in ein Restaurant außerhalb der Millionenstadt, wieder andere bekamen zunächst etwas Freizeit zugesprochen, um sich in der Gastfamilie einzurichten und etwas von der Reise zu erholen. Zunächst wurde allerdings ein jeder von dem Verkehr in Hangzhou geschockt. Es gab gefühlt keine Verkehrsregeln, oder zumindest beachtete sie niemand. Trotzdem kamen alle heil zuhause an.

Einen Tag später durften wir das Mondfestival, eines der wichtigsten Feste Chinas miterleben. Es war keine Schule und viele feierten das Fest mit der Familie. Einige Schüler trafen sich mit ihren Freunden, um eine Runde Basketball zu spielen. Am Abend sahen nahezu alle mit ihren Austauschpartnern eine beeindruckende „light show“, bei der die Facetten verschiedene Hochhäuser durch Millionen kleine Lichter ein großes Bild ergaben.

An dem Rest der ersten Woche lernten wir das chinesische Alltagsleben etwas mehr kennen, indem wir unsere Gastschüler in die Schule begleiteten, wo wir freundlichst empfangen wurden, aber auch des Öfteren Unterschriften und einige ein Interview für das Schulradio geben mussten, erlebten aber auch viele andere Dinge: Wir lernten, wie man Nudeln macht, duellierten uns mit den Chinesen in Fußball und Badminton, besuchten gemeinsam verschiedene Museen, den berühmten West Lake und Song City, einen Themenpark über die chinesische Geschichte. Einzelne schossen mit ihren chinesischen Partnern Bogen, andere versuchten sich am Tai-Chi, einer traditionellen chinesischen Kampfkunst, oder besuchten eine Karaokebar […]. Doch nahezu alle besuchten eine der zahlreichen Shopping Malls und probierten im Laufe der Woche die verschiedensten Sachen, sodass wir uns auch darüber austauschen konnten, wie denn Schweinehirn, Entenzunge oder Schweinefüße schmeckten.

Am wichtigsten jedoch ist, dass wir ein Stück chinesischer Kultur kennen lernen durften, interessante Eindrücke sammeln durften und unglaublich lieb und fürsorglich von unseren Gastfamilien aufgenommen wurden. Viele wurden eingeladen, sie sollen doch noch einmal wiederkommen. So flossen bei der Abfahrt unseres Busses in Richtung Shanghai am 29. September viele Tränen und auch wir winkten eifrig unseren Gastfamilien. Das alles zeigt: Sie hatten uns in ihr Herz geschlossen und ich glaube wir können das gleiche sagen. Wir denken an eine wunderbare Woche des Austausches in Fernost zurück, die zwar etwas holprig begann, aber letztendlich viele tolle Erfahrungen, schöne Orte und neue Freunde bereithielt.

Mit dem Bus ging es nun Richtung Shanghai und der zweite Abschnitt unseres Austausches, die Rundreise, begann.

Auch zur Rundreise wird bald ein Artikel erscheinen. Wenn ihr Fragen habt, oder etwas genauer wissen möchtet, meldet euch gern bei uns, dem Seminarfach „Der Mensch – ein guter Mieter der Erde?“ unter der Leitung von Herrn Pöhlandt, und fragt einfach nach. :-)