Lothar-Meyer-Gymnasium Varel

Großes Theater am LMG!

(28.1.2019, Rf) Großes hatten sich die Theater-AG „theaterfünfundsechs“, das Schulorchester und die Gitarren-AG vorgenommen, die Märchenoper „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck sollte es sein. Vorneweg gesagt, sie hatten recht damit getan. Unter der Regie der Schüler Fynn G., Renke J., Hanne K. und dem Theaterpädagogen Frank Wittkowski sowie in Zusammenarbeit mit der Bühnentechnik-AG von Morten Kollstede, brachten sie eine überzeugende und unterhaltsame Interpretation auf die Bühne. Petra Roloff hat die spätromantische Partitur von Humperdinck für die Besetzung und die instrumentalen Fähigkeiten ihres sinfonischen Blasorchesters bestens arrangiert, ohne dabei den Zauber und den poetischen Charakter der Musik einzubüßen. Die Ouvertüre zeigte einen weichen, vollen Orchesterklang, knackige Trompeten, rhythmisch präzise Einwürfe. Hervorzuheben ist das sehr schön gespielte Horn-Solo.                      

Die jungen Schauspieler der Theater-AG, die die Rollen der Protagonisten teilweise in Mehrfachbesetzung spielten, waren sehr gut vorbereitet.  Mit deutlicher Artikulation, meist angemessener Lautstärke und gehöriger Spielfreude konnten die jungen Akteure überzeugen. Die noch zarten Singstimmen der jungen Mimen wurden einfühlsam von der Technik-AG verstärkt, die einzelnen Lieder wie z.B. „Suse, liebe Suse“ oder „Brüderlein, komm tanz mit mir“ wurden durch die Gitarren-AG (Ltg.: Florian Gubisch) und dem Chor der Schauspieler dezent begleitet. Besonders der Darsteller des Vaters konnte überzeugen und sich als wahre „Rampensau“ vorstellen. Mit kräftiger Sprech- und Singstimme, großer theatralischer Geste und auch komödiantischem Talent konnte er das Publikum begeistern, wenn er z.B. polternd auf die Bühne tritt, von seinen beruflichen Erfolgen spricht oder etwas später von der bösen Knusperhexe berichtet.       

Das Bühnenbild war stark reduziert aber sehr phantasievoll gestaltet. Ein rotes Podest, das einmal mit Tisch und Stühlen, einmal mit Bäumen, einmal mit Lebkuchen und großen knallbunten Bonbons belegt war oder am Ende als Backofen diente.                                                                                                    

Die professionelle Licht- und Bühnentechnik setzte alle ihr zur Verfügung stehenden technischen Möglichkeiten ein.  Sie verwandelte die Bühne in stimmungsvolle Farbwelten, es entstanden zauberhafte Effekte, wenn z.B.  bei tief grünem Licht dichte, aus zwei Nebelmaschinen dampfende Nebelschwaden über die Bühne waberten oder ein Hexenbesen über die Bühne schwebte.  Mit dem tänzerischen Finale, in dem alle musikalischen Themen noch einmal wiederkehren, feierten und tanzten alle Protagonisten den glücklichen Ausgang der Oper. Ein vergnüglicher Theaterabend kommt zu seinem Ende.

Ein großer Erfolg. Großer Applaus für alle Mitwirkenden.                                         Frank Roloff