Lothar-Meyer-Gymnasium Varel

Allein bleibt Effi

Theaterbus-AG besucht die Aufführung von Theodor Fontanes „Effi Briest“

(19.12.2019, Rf/Bj) Am vergangenen Donnerstag machte der Theaterbus des Lothar-Meyer-Gymnasiums seine erste Tour zum Oldenburgischen Staatstheater: 40 Schüler*innen schauten sich gemeinsam mit Frau Roloff und Frau Brünjes die Bühnenfassung des Romans „Effi Briest“ von Theodor Fontane an.


„Fontane schrieb in den Jahren 1889 bis 1894 mit ‚Effi Briest‘ einen der ersten deutschen Gesellschaftsromane und beleuchtete darin das Schicksal einer Frau, die versucht, aus den Regeln der Gesellschaft auszubrechen.“ (Oldenburgisches Staatstheater) Die Inszenierung des Staatstheaters nimmt diese gesellschaftskritischen Elemente auf und zeigt die Entwicklung der Effi Briest von einem fröhlichen Kind zu einer vereinsamten Frau ohne Lebensinhalt. Schuld daran: weniger „die Gesellschaft“ als Effis Familie selbst. Denn Verantwortung will weder ihr Ehemann von Innstetten übernehmen – noch Effis Eltern, die von ihrer Tochter doch nur verlangt hätten, was „moralisch richtig“ und „ehrenvoll“ sei. Die erstaunlich moderne musikalische Untermalung der Inszenierung passt zum Anachronistischen des in diesem Stück kritisch zur Schau gestellten Ehr- und Moralbegriffs. Auch das Bühnenbild unterstreicht das kalte, harte, eingeengte Leben von Effi – die als Opfer ihrer Umstände erscheint und nie gelernt hat, emanzipiert und selbstbestimmt zu leben. Die Mitglieder der Theaterbus-AG zogen ein insgesamt sehr positives Fazit zu dieser zeitgenössischen Inszenierung der Fontane-Erzählung und freuen sich schon auf die nächste Tour des Theaterbusses im März 2020.

Zum Inhalt des Stückes: Aus einer Jugendlichen muss vom einen Tag auf den anderen eine erwachsene Frau werden: Die junge Effi Briest wird von ihren Eltern mit Baron von Innstetten verheiratet und folgt ihm nach Pommern. Effi – zuvor glücklich und unbeschwert – hält es in der Ehe, die sie selbst nicht gewählt hat, kaum aus. Ihr Mann ist kalt und hat kaum Zeit für sie; die Sehnsucht nach ihrer Heimat wird immer größer. Eine flüchtige Liaison mit Major von Crampas wird ihr Jahre später zum Verhängnis: Karrierist von Innstetten, mit Effi mittlerweile nach Berlin gezogen, fordert von Crampas zum Duell. Von Crampas stirbt, von Innstetten lässt sich von Effi scheiden und übernimmt das alleinige Sorgerecht für das gemeinsame Kind. Effi versucht, wieder auf die Beine zu kommen, scheitert aber und verliert sich in der Sehnsucht nach ihrem Kind und ihrer eigenen verlorenen Jugend.